JSD Geschäftsbericht 2019

Die im Bereich der Jugendhilfe veranker- te Trägervielfalt und Abhängigkeit von den öffentlichen Haushalten grenzt die eigenen Wachstumsmöglichkeiten teilweise ein. Der Jugendhilfemarkt wird von der Sparte selbst aber auch nicht als Wachstumsmarkt gese- hen, sodass Risiken durch ein sehr differen- ziertes Angebotsportfolio mit verschiedenen Finanzierungsformen und verschiedenen regionalen Verortungen begegnet werden kann. Dennoch stellt die JSD in den sozialen Sparten durch ihre Fähigkeit zur sektorüber- greifenden und breiten interprofessionellen Vernetzung einen attraktiven Träger und Partner für öffentliche Förderprogramme und Behörden dar. Zu den Risiken und deren möglichen Aus- wirkungen durch den neuen Corona-Virus Covid-19 auf die gesamtwirtschaftliche Lage und die Vermögens-, Finanz- und Ertrags- lage der Johannesstift Diakonie verweisen wir auf unsere Ausführungen im Prognose- bericht. Sonstige Risiken Durch demografische Veränderungen und medizinisch-technologische Innovationen ergebensichneueHerausforderungen für die Leistungserbringung. So wachsen beispiels­ weisedieAnforderungenandie interdiszipli- näre Abstimmung. Stationäre Leistungen im Bereich der Krankenhausversorgung sowie der Pflege werden zunehmend durch ambu- lante Leistungen ersetzt. Für Patient*innen und Bewohner*innen gewinnt neben der eigentlichen Qualität der Leistungen die Servicequalität zunehmend an Bedeutung. Die JSD positioniert sich vor demHintergrund dieser Herausforderungen mit vernetzten stationären, teilstationären sowie ambulan- ten Leistungsbereichen. Im Rahmen der ge- meinsamen Unternehmensstrategie werden zudem insbesondere strategische Maßnah- men und Projekte zur Stärkung der Kund*­ innenorientierung sowie zur innovativen gen abschließen. Da bis zum Abschluss der Entgeltvereinba- rungen das Risiko einer unsicheren Erlössituation verbleibt, wurden in den Erlösen entsprechende Erlösabschläge berück- sichtigt. Die Wirtschaftlichkeit der stationären Einrichtungen in der Sparte Pflege & Wohnen ist in hohem Maße abhängig von der Auslastung und dem Pflegegradmix. Als wesentliche Risiken der weiteren Geschäftsentwicklung sind Nachfrageschwankun- gen für Pflegeplätze, die Tendenz zu geringeren Pflegegraden bei Neubelegung sowie aktuell langwierige Pflegesatzverhand- lungen anzusehen. Trotz des demographischen Wandels sind die stationären Pflegeeinrichtungen durch die zunehmende Substitution stationärer durch ambulante Leistungen, die hö- heren Ansprüche der Pflegebedürftigen und Angehörigen an die Ausstattung der Einrichtungen sowie die kontinuierliche Abnahme der durchschnittlichen Verweildauern in der statio- nären Pflege herausgefordert. Den genannten Risiken begegnet die JSD gAG durch die zielgerichtete Konsolidierung der Leis- tungsstrukturen innerhalb der Sparte, die kontinuierliche Ver- netzung der stationären, teilstationären und ambulanten Leis- tungsbereiche sowie die Weiterentwicklung der bestehenden strategischen Standortkonzepte und Betreuungsformen zur innovativen Erneuerung der Wohn-, Ausstattungs- und Betreu- ungsstruktur. In der Behindertenhilfe führen aktuelle rechtliche Änderungen zu neuen Leistungsrisiken. Insbesondere bewirken die Neure- gelungen des Bundesteilhabegesetzes eine umfassende Verän- derung der Vergütungsstrukturen. Insbesondere die Sparte Jugendhilfe sowie das Geschäftsfeld Arbeit und Beschäftigung | Soziales sind in hohem Maße ab- hängig von Fördermaßnahmen und tendenziell eher sinkenden öffentlichen Haushalten. Erschwerend kommt hinzu, dass stei- gende Mieten dazu führen, dass weniger Wohnraum zur Ent- wicklung von betreuten Wohnformen zur Verfügung steht und die erhobenen Mieten zunehmend nicht mehr gegenfinanziert werden können. Daher wirken sich die vorhandenen firmen- eigenen Wohnungen sowohl im Konzern als auch in der Sparte risikomindernd aus. Träger attraktiver für öffentliche Förderprogramme und Behörden und Partner Johannesstift Diakonie   Geschäftsbericht 2019 L AGE B E R I CHT 90

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