JSD Geschäftsbericht 2019

der Krankenkassen stellen weitere regulato- rische Eingriffe der Gesundheitspolitik dar. Die finanziellen Auswirkungen der neuen Gesetzgebung lassen sich zum Zeitpunkt der Berichtserstellung nur schwer abschät- zen. Zur Risikobewertung wurden deshalb für die Mehrjahresplanung der JSD unter- schiedliche Szenarien zugrunde gelegt. Trotz teilweiser Novellierung der Kranken- hausfinanzierung wurde das bestehende Grundproblem der unzureichenden öffent- lichen Förderung von Investitionen nicht gelöst. Weiterhin muss ein großer Teil der Investitionen aus dem laufenden Cash Flow finanziert werden. Zwar geht die Entschei- dung des Berliner Senats, die öffentlichen Fördermittel bis 2021 um 40 Mio. EUR zu erhöhen, in die richtige Richtung, jedoch besteht auch zukünftig eine Finanzierungs- lücke. Damit wird die Ertragslage durch das investive Ergebnis weiter belastet. Voraus- setzung zur Kompensation dieser Entwick- lung ist das Erreichen der gesetzten EBITDA- Ziele. Wie auch in den Vorjahren besteht dabei ein wesentliches Risiko in der Reali­ sierung der angestrebten Leistungsziele der Krankenhäuser. Potenzielle Erlösaus- fälle bleiben auch nach der neuen MDK- Reform bestehen. Um dem Risiko von For- derungsausfällen vorzubeugen, erfolgt eine fortwährende interne Prüfung der korrekten Codierung, eine belastbare Dokumentation von Behandlungsfällen sowie die zielgerich- tete Weiterbildung der medizinischen Doku- mentationsassistenten. Buchhalterisch wird dieses Risiko durch eine konzerneinheitli- che Richtlinie zur Bildung von entsprechen- den Rückstellungen quantifiziert. Budgetvereinbarungen bestehen für 2017 für alle Krankenhäuser mit Ausnahme des Evan- gelischen Krankenhauses Hubertus und der Klinik Amsee, für die Budgetvereinbarungen bis einschließlich 2016 vorliegen. Das Evan- gelische Waldkrankenhaus Spandau, die MIC-Klinik sowie das Wichernkrankenhaus konnten bereits für 2018 Entgeltvereinbarun­ bestimmt. Grundsätzlich wurde ein konser- vativer Planungsansatz gewählt, trotzdem besteht das Risiko, dass die tatsächlichen Entwicklungen von den getroffenen Annah- men abweichen und damit die Finanzie- rung des Investitionsbedarfs nicht gesichert wäre. Zur Früherkennung von möglichen Fehl- entwicklungen erfolgt eine permanente Be- obachtung der wesentlichen Planungsprä- missen. Für den Fall der Abweichung von den strate­ gischen Leistungszielen wurden alternative Planungsszenarien mit kostenseitigen Ein­ sparungsmaßnahmen vorbereitet. Aufgrund der Umsetzungsrisiken singulärer Maß- nahmen werden die bereits bestehenden Maßnahmenprogramme zur Produktivitäts- steigerung weiter verfolgt und intensiviert. Hierzu zählen beispielsweise Lean Manage- ment Projekte sowie Programme zur Ver- brauchssteuerung des medizinischen Sach- bedarfs und zur Personalkostensteuerung. Branchen- und Marktrisiken Im Krankenhausbereich sind Gesetzgebung und Leistungsfinanzierung darauf angelegt, den Anstieg der Fallzahlen zu begrenzen. Durch den weiterhin bestehenden Fixkos- tendegressionsabschlag werden die Poten- ziale zur Leistungs- und Erlössteigerung der Einrichtungen stark beschränkt. Mit den 2019 verabschiedeten Gesetzen zur Ausglie- derung des Pflegebudgets wird das Finan- zierungssystem für Krankenhausleistungen neu geordnet. Die Einführung von Regelun- gen zur Pflegepersonalausstattung und die Reformierung des Medizinischen Dienstes LAGEBERICHT Johannesstift Diakonie   Geschäftsbericht 2019 89 L AGE B E R I CHT  III. Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

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