JSD Geschäftsbericht 2019

das Einkaufsvolumen gebündelt und stan- dardisiert werden. Im Bereich Personal kön- nen Tarifstrukturen der jeweiligen Branche und Branchenvereinbarungen angewendet und Personalengpässe leichter überbrückt werden. Durch die Ausgliederung der nichtmedizi- nischen Leistungen an einen kompetenten Partner erhalten die Stakeholder die Mög- lichkeit zur Steigerung der Qualität, indem sie sich auf ihre Dienstleistungen fokussie- ren und entsprechend professionalisieren. Planungs- und Budgetsicherheit bleibt da- bei durch die Kontrolle über die Dienstleis- tungsverfügbarkeit und -zuverlässigkeit be- stehen. Gesetzliche Änderungen Das zum 01. Januar 2016 in Kraft getrete- ne Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) be- schäftigte die Krankenhäuser auch im Ge- schäftsjahr 2019. Durch die Reform wurden unter anderem die Finanzierung der laufen- den Kosten der Kliniken und der Rahmen des Entgeltsystems im Krankenhaus grund- legend verändert. Die Tarifausgleichsrate so- wie die Förderprogramme für Pflegestellen und Hygiene sollen die Rahmenbedingun- gen für die Finanzierung der Krankenhaus- betriebskosten verbessern. Im Rahmen des Pflegestellen-Förderprogrammes zur Schaf- fung neuer Stellen sowie zum Ausgleich von Lohnkostensteigerungen durch Tarifanpas- sungen stehen seit 2019 rund 330 Mio. EUR pro Jahr zur Verfügung. Der Pflegezuschlag, welcher die pflegerische Versorgung in den Häusern fördern soll, beinhaltet ein Förder- volumen in Höhe von jährlich 500 Mio. EUR. Jugendhilfe Die freien Träger der Wohlfahrtspflege sehen sich seit Jahren ei- nem zunehmenden Veränderungsdruck ausgesetzt, der im We- sentlichen auf schwindende finanzielle Mittel zurückzuführen ist. Dabei steht insbesondere die Jugendhilfe zunehmend unter einem enormen Legitimationszwang hinsichtlich des Verhält- nisses zwischen den benötigten Ressourcen und der tatsäch- lich erbrachten Qualität der Hilfen. Maßgeblich im Bereich der kostenintensiven Hilfen zur Erziehung werden Nachweise der ökonomischen Mittelverwendung und der Wirksamkeit der er- brachten Leistungen immer stärker eingefordert. Auch wenn in den letzten Jahren immer größere Haushalte vor allem beim Ausbau der Kindergartenplätze verabschiedet wurden, ist die Jugendhilfe keinWachstumsmarkt, der der Logik eines nachfra- gebestimmten Angebots folgt. Restriktive finanzielle Rahmen­ bedingungenmachen es tariftreuen Trägernmit größeremOrga- nisationsüberbau schwerer, sich in bestimmten Segmenten zu engagieren. Zudem spielt der Aspekt der (Träger-) Vielfalt eine entscheidende Rolle: Seitens der Jugendämter wird bewusst die Kleinteiligkeit der Trägerlandschaft gefördert und das regionale Wachstum beschränkt. Die zukünftigen Rahmenbedingungen werden auch durch die geplante Reform des Kinder- und Jugendhilferechts (SGB VIII), welches eine Zusammenführung der Erziehungs- und Einglie- derungshilfe für alle Minderjährigen mit einer Behinderung vorsieht, beeinflusst. Hierzu liegen erste Entwürfe vor, wobei die Ansätze weit über den inklusiven Ansatz hinausgehen. Services Die Anforderungen von Patient*innen, Besucher*innen, Mitar- beitenden und Investor*innen an die Qualität und Zuverlässig- keit im Krankenhaus- und Pflegebereich haben in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Dabei sind neben der IT und Medizintechnik auch Bereiche wie die Gebäuderei- nigung, Catering und Außenanlagen (z. B. gepflegte Grünanla- gen) in den Fokus gerückt. Auf Grund des hohen Kostendrucks sind nicht selten Tertiärleistungen entscheidend und haben somit einen direkten Einfluss auf die wirtschaftliche Situation der Einrichtungen. Um dem Kostendruck und den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, wurden Servicegesellschaf- ten gebildet, in die nichtmedizinische Leistungen ausgegliedert wurden. Durch einheitliche Standards der Servicegesellschaf- ten kann die Prozess- und Produktqualität verbessert sowie Johannesstift Diakonie   Geschäftsbericht 2019 L AGE B E R I CHT 64

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