JSD Geschäftsbericht 2019
II. WIRTSCHAFTSBERICHT gigen Branchen hat die Dynamik nachge- lassen, während konjunkturunabhängige Wirtschaftszweige weiter deutliche Zuwäch- se verzeichneten. Strukturelle Herausforde- rungen am Arbeitsmarkt bestanden jedoch weiterhin: Die Anzahl nicht besetzter Stel- len bewegte sich 2019 auf hohem Niveau. Es kann zwar nicht von einem allgemeinen Ar- beitskräfte- oder Fachkräftemangel gespro- chen werden, es zeigten sich aber deutliche Anspannungen und Engpässe in techni- schen Berufsfeldern, bei Bauberufen sowie in Gesundheits- und Pflegeberufen. Die Verbraucherpreise in Deutschland er- höhten sich im Jahresdurchschnitt 2019 um 1,4% gegenüber 2018. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag die Jahresteuerungsrate 2019 damit niedriger als im Vorjahr (2018: +1,8%). Branchenbezogene Rahmenbedingungen Krankenhäuser Die Kliniken in Deutschland stehen un- verändert vor großen personellen und finanziellen Herausforderungen. Die Stel- lenbesetzungsprobleme haben in vielen Einrichtungen dramatisch zugenommen. Drei Viertel der Krankenhäuser haben laut dem aktuellen Krankenhaus Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts Probleme, vakante Stellen zu besetzen. In jedem drit- ten Haus müssen zeitweise Intensivbetten gesperrt und Fachbereiche von der Notfall- versorgung abgemeldet werden. In Allge- meinstationen hat sich die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zu 2016 verdreifacht. 95% der Krankenhäuser ab 600 Betten ha- ben mittlerweile Besetzungsprobleme bei Pflegestellen. 2011 waren nur 53% der Häu- ser betroffen. AllgemeineWirtschafts entwicklung Die deutsche Wirtschaft ist 2019 das zehn- te Mal in Folge gewachsen, allerdings mit wesentlich weniger Dynamik als in den Jahren zuvor. Internationale Handelskon- flikte, drohende Strafzölle und der Brexit- Prozess bremsten den Außenhandel und führten zu deutlich weniger Investitionen im Inland. Die Binnenkonjunktur blieb davon nicht unberührt, zeigt sich aber recht robust. Wichtige binnenwirtschaftli- che Auftriebskräfte wirkten fort, wenn auch etwas abgeschwächt. Die private und staat- liche Konsumnachfrage sowie die Nachfra- ge nach Bauleistungen lieferten verlässliche Impulse. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) nahm 2019 gegenüber dem Vorjahr um 0,6% zu. Im Jahr 2018 betrug das Wachs- tum noch 1,5%. Im Herbst 2019 erwartete die Bundesregierung für das Jahr 2020 ein Wachstum von 1,0%. Allerdings belastet die Corona-Epidemie, die sich seit Anfang 2020 in Deutschland ausbreitet und im März zu einem landesweiten Shutdown geführt hat, die Wirtschaft in immensem Maße, sodass für 2020 mit einer Rezession der deutschen Wirtschaft zu rechnen ist. Der Arbeitsmarkt zeigte sich 2019 weiter- hin in guter Verfassung. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung haben im Jahres- durchschnitt 2019 weiter abgenommen. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vorjahr auf 5,0% (2018: 5,2%). Erwerbs- tätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter gestiegen, aller- dings nicht mehr so stark wie in den Jahren zuvor. Besonders in den konjunkturabhän- 1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Johannesstift Diakonie Geschäftsbericht 2019 L AGE B E R I CHT 62
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