JSD Geschäftsbericht 2019

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben“, so lautet die Jahreslosung 2020 aus dem Markusevangelium. Als dieses Wort ausgelost und veröffentlicht wurde, ahnte sicher noch niemand, wie aktu- ell es gerade in dieser Zeit werdenwürde. Es gibt keinen Glauben ohne Zweifel, keine Überzeugung ohne ständiges Hinterfragen der Grundlagen, keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Das ist die Kernbotschaft, die über diesem Jahr steht. Nachdem die Neuordnung der Johannesstift Diakonie juris- tisch abgeschlossenwar, stand das weitere Zusammenwachsen der Einrichtungen und Unternehmenmit ihren unterschiedlichen Wurzeln im Vordergrund. Es ging nicht nur darum, den richtigen Namen für das neue Unternehmen zu finden und nach außen be- kannt zumachen, sondern vor allemdarum, gemeinsame Unter- nehmenswerte zu erarbeiten, sich der Gemeinsamkeiten für die Arbeit auf allen Ebenen bewusst zuwerden. In demschon imVor- jahr angelaufenen Prozess wurde gemein- sammit Mitarbeitenden aller Bereiche und aller Ebenen der Claim „Gutes tun. Jeden Tag“ erarbeitet. Er bildet das Fundament unseres Wirkens. Als Grundmotiv fasst er die diakonische Identität unseres Unter- nehmens kurz und prägnant zusammen und formuliert dabei ein starkes Ziel für alle, die täglich Unschätzbares für unse- re Bewohnerinnen und Bewohner sowie Patientinnen und Patienten leisten. Zugleich bringt er allerdings auch einen hohen Anspruch an jene auf den Punkt, die in diesem Unternehmen Ver- antwortung tragen. Auch die Unterneh- mensführung muss sich daran messen lassen und die Rahmenbedingungen so gestalten, dass alle Mitarbeitenden täg- lich Gutes leisten können. Je mehr wir von unserer Arbeit und deren Grundmotiv überzeugt sind, umso mehr müssen wir uns ständig fragen, ob unser Handeln auch tatsächlich unse- ren Zielen gerecht wird. „Ich glaube, hilf meinemUnglauben“, dies verlangt immer wieder eine kritische Selbstreflexion. Das gilt auch für das Aufsichtsgremium, das immer wieder prüfen muss, ob das Unter- nehmen so aufgestellt ist, dass wirklich je- den Tag Gutes für unsere Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner und andere Klientinnen und Klienten ge- tan wird. Im Berichtsjahr ist auch abgesehen vomZusammenwachsen eine ganzeMen- ge in der Johannesstift Diakonie gesche- hen, um unseren diakonischen Anspruch zu verwirklichen – von Fortbildungen der Mitarbeitenden bis zum Vorantreiben von größeren Investitionen. Nicht weni- ge unserer Projekte sind im vergangenen Jahr zum Abschluss gekommen bzw. ha- ben wichtige Zwischenstände erreicht. Beispielhaft seien etwa die Eröffnung der Kardiologie im Martin Luther Kranken- haus, die Fertigstellung des Pflegeheimes in Oranienbaum und die Inbetriebnahme Liebe Leserin und lieber Leser, 6 Johannesstift Diakonie   Geschäftsbericht 2019 VORWORT

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