JSD Geschäftsbericht 2019

Für die Medizin bringt die Digitalisierung un- zählige Neuerungenmit sich. Erst Mitte 2018 etwa hat der Ärztetag mit einem Beschluss den Weg für Videosprechstunden geebnet. Fernbehandlungen über Computer, in ande- ren Ländern längst an der Tagessordnung, sind nun auch in Deutschland möglich. Ein Fortschritt für ländliche Regionen ohne aus- reichende ärztliche Versorgung – aber auch für Ballungszentren mit überfüllten Sprech- stunden, langenWegen undWartezeiten auf Termine. Seit Oktober 2019 läuft nun eine Test- phase an der Evangelischen Lungenklinik in Berlin zur fachärztlichen Videosprechstunde für beatmete Patienten, die in anderen Ein- richtungen der Johannesstift Diakonie leben. Die Voraussetzungen: Eine stabile Internet- verbindung und ein Tablet oder Laptop mit Mikrofon und Kamera. Spezielle Software gewährleistet Datenschutz und -sicherheit. Vor Ort assistieren erfahrene Pflegekräfte. So kann Zeit gespart werden, um Patient*innen zeitnah zu unterstützen. Auch im sozialen Bereich halten videogestützte Kommuni- kationsformen Einzug, zumBeispiel bei der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer imZukunftshausWedding der Paul Gerhardt Soziales. Hier erhalten Menschen Unterstützung, um bürokratische Hürden trotz sprachlicher Barrieren zu über­ winden. Seit Juli übersetzen ausgebildete Dolmetscher*innen einer externen Firma die Gespräche per Videotelefonie – und bringen so mehr Qualität in die Beratung. Dolmetscher für 14 Sprachen wie Albanisch oder Farsi sind sofort verfügbar. Für weitere 48 Sprachen ist eine Übersetzung nach Terminverein- barung innerhalb von 24 Stundenmöglich. Neben der schnellen Umsetzung stellt die Professionalität der Übersetzungen einen großen Vorteil dar. Zukünftig könnten Videodolmetscher*innen daher auch für die Krankenhäuser der Johannesstift Diakonie interessant sein. Sprechstunde per Video. 14 Johannesstift Diakonie   Geschäftsbericht 2019 V I E L FA LT V E R E I NT

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